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| Starke Bilder der Kameramänner Armin Dieroff und Martin Hogsnes Solvang in “Sivas”. ©Biennale di Venezia |
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Wednesday, December 09, 2015
“Sivas” von Kaan Müjdeci
Thursday, October 15, 2015
Citizenfour von Laura Poitras
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Edward Snowden steht im Zentrum von “Citizenfour”. © Praxis Films |
Ihn, der nie durch seine Person von den Enthüllungen ablenken wollte, stellt die Regisseurin Poitras in den Mittelpunkt ihrer Recherche um die bedenklichen Entwicklungen in westlichen Demokratien. Er ist der wahrhaftige Zeitzeuge, eine Art lebendes Dokument, das in Echtzeit und in vollem Bewusstsein um Risiken und drohende Konsequenzen “live on tape” vom Zerfall demokratischer Fundamente berichtet. Die Journalistin und Filmemacherin, die durch ihre Arbeit an den Filmen “My Country My Country” (->Trailer) und “The Oath” (->Trailer) selbst seit 2006 überwacht wird, bettet das auf Video festgehaltene achttägige Aufeinandertreffen in Hongkong zwischen Glenn Greenwald (The Intercept), Ewen Mc Askill (http://www.theguardian.com/profile/ewenmacaskill) und Laura Poitras in den Kontext vorausgegangener Enthüllungen ein, wie denen von Mark Klein und William Binney. Besonders eindrücklich ist darunter wohl der Ausschnitt aus einem Prozessvideo von 2006, in dem ein Richter einem Vertreter des Justizministeriums die Frage stellt, ob es von der Regierung gewünscht sei, dass die Justiz das Feld räume, denn dem käme die Antragstellung auf Verlagerung des Verfahrens an einen nicht öffentlichen Gerichtshof gleich.
Poitras’ Film fühlt sich an wie der Aufruf eines alten Bob Marley Songs: “Get Up, Stand Up …”. 114 Minuten klebt der Zuschauer und vor allem Zuhörer an den im Film noch einmal in den Zusammenhang gestellten und in chronologischer Abfolge geschilderten Informationen. Ein jeder dabei immer wieder im Kopf begleitet von den Worten, die Snowden im Film einmal so bitter sagt: “Das ist kein Science Fiction, das ist real.”
Nach den Premieren in New York, London und in Leipzig startet der Film nun auch bundesweit in den deutschen Kinos. Dabei hätte der Termin nur wenige Tage vor dem 25-jährigen Gedenken an den friedlich erzwungenen Mauerfall symbolhafter nicht sein können. “Es ist wichtig, dass wir aus der Geschichte lernen”, sagt Snowden in einem Grußwort in Leipzig. Mit zivilem Ungehorsam stand ein Volk auf, um sich in den Montagsdemos gegen Repression und Zensur zu stemmen und mit vereinter Kraft aus einer Diktatur zu befreien, in der die Allmacht Stasi Künstler, Querdenker und Kritiker nicht nur überwachte, sondern auch aus dem Weg räumen ließ. Doch was damals galt, gilt offenbar bis heute: “Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser”. Mit Tempora, Prism, Stellar Wind und SSO kommt eine weitaus mächtigere Stasi nun zurück und bringt eine der “schlimmsten Waffen der Unterdrückung, die je gebaut wurden” mit, die 1,5 Terrabyte pro Sekunde sammeln und mit deren Hilfe eine Billion mal pro Sekunde versucht wird, Passwörter zu entschlüsseln, so Snowden. Welche Bedeutung sie für Presse, Bürgerinitiativen, Volksentscheide und den freien Willen des Bürgers, die Mitgestalter einer Demokratie hat, kann nicht zuletzt durch die Ereignisse im Juli 2013 in den Redaktionsräumen des Guardian nur erahnt werden.
“Citizenfour” ist wichtig, berührend, klug und mutig und hätte das Zeug zum Straßenfeger. Doch zum Starttermin läuft der Film nur in ausgewählten Programmkinos für ein angestammtes und ohnehin bereits sensibilisiertes Publikum. Es bleibt zu hoffen, dass der Film und seine Erkenntnisse auch darüber hinaus ihre Kreise ziehen.
“Citizenfour“, Regie: Laura Poitras, mit: Edward Snowden, Kinostart: 6. November 2014, auf DVD ab 8. Mai 2015
Thursday, March 07, 2013
Sakrale Lyrik
“The Fifth Season” von Jessica Woodworth und Peter Brosens
Tuesday, February 15, 2011
| Bild: Sabine Brauer Photos |
Hin und wieder kommt es zu Vewirrungen, weil unerwartet Sponsoren die Bühne betreten und die Auktionen unterbrechen oder weil scheinbar verkehrte Auktionsartikel auf die Bühne getragen werden. Wie viel für Penns Stiftung zusammen kam, wird am Ende nicht mehr bekannt gegeben, nur, dass bereits am Nachmittag ein Opel (einer der Sponsoren des Abends), 15 Computer und Care-Pakete gegen Cholera gespendet wurden.
Gewinner wertvollster Film
Xavier Beauvois Of Gods and Men
Saturday, January 22, 2011
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| I'm Still Here (Casey Affleck) |
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| Putty Hill (Matthew Porterfield) |
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| Trash Humpers (Harmony Korine) |
Friday, December 31, 2010
Unknown Pleasures „Frei von allen Zwängen“ im Babylon Mitte
Vor über 50 Jahren hob John Cassavetes mit „Shadows“ das American Independent Cinema aus der Taufe und prägte damit maßgeblich die Ära New Hollywood und das Cinéma d’auteur. Der neue Weg versprach Selbstbestimmung und eine Unabhängigkeit, frei von allen Studiozwängen. Dafür wurden auch finanzielle Einbußen in Kauf genommen. Kompromisslos Geschichten nach eigenen, individuellen Vorstellungen und Maßgaben zu erzählen, war ausdrücklicher Wille und oberste Priorität.
Im Unterschied zur traditionellen Einwegunterhaltung der Major Film Studios standen hier gewöhnliche Menschen, nicht gesellschaftsfähige Außenseiter, soziale Randgruppen oder Bohemiens und ihre Lebenswelten im Fokus. Bisherige Konventionen wurden auf den Kopf gestellt, klassische Erzählstrukturen durchbrochen und bewährte Genregrenzen neu ausgerichtet.
Mit Jim Jarmusch in den 80er und Spike Lee, Steven Soderbergh oder Quentin Tarantino in den 90er Jahren gelang dem Genre schließlich der Sprung in den Mainstream. Nicht zuletzt waren dafür Boxoffice Hits wie „Sex, Lies and Videotapes“ oder „Pulp Fiction“ verantwortlich. Die unbeugsamen Filmemacher, ihre Stories und ihre Hingabe zum cineastischen Detail, die in mancher Hinsicht in orgiastischen Bilderfluten mündete, wurden zum Vorbild der Generation X und so zum neuen Mainstream.
Fast 30 Jahre später ist nun eine neue Generation junger unabhängiger Filmemacher nachgewachsen. Darunter Aaron Katz, das „enfant terrible“ Harmony Korine, Joe Swanberg oder die Safdie Brüder. Und auch das Genre entwickelte sich weiter und brachte Bewegungen wie das Mumblecore hervor. Mit digitalen Handkameras und einfachen Techniken holten die leisen Rebellen eine sinnliche Bescheidenheit und unaufdringliche Ästhetik in den unabhängigen amerikanischen Film zurück, in dessen Zentrum häufig die Sinnfragen der in die Jahre gekommenen Generation X und die Poesie der Gewöhnlichkeit rückten.
Hannes Brühwiler, Organisator und Kurator von unknown pleasures holt den American Independent Film nun das 3. Jahr in Folge nach Berlin. Viel versprechend startet gleich der erste Tag im neuen Jahr mit einer Regie-Legende. Francis Ford Coppola eröffnet unknown pleasures mit seinem jüngsten Film „Tetro“. Coppola, dessen gesamte Karriere vom Versuch gekennzeichnet war, „Unabhängigkeit zu erlangen, von Geldgebern wie von künstlerischen Vorgaben“ (Hannes Brühwiler), steht programmatisch für die hier ausgewählten Filme. Der komplett selbst finanzierte Film Tetro ist großes Kino mit Vincent Gallo und Klaus Maria Brandauer in den Hauptrollen und erzählt ein Familiendrama um Macht, verlorene Bindungen und die Befreiung von alten Geistern. „The movie is graced with touches of the old Coppola magic.” (Tim Robey, The Telegraph) Ein Muss für Cinephile, denn der Film hat bislang keinen Verleih und wird wohl auch keinen finden. (SA 1.1. 19:30; MI 5.1. 21:15; MO 10.1. 19:30)
Mit Steven Soderberghs und Casey Afflecks neuen Filmen sind zwei Biographien im Programm. „And Everything Is Going Fine“ schildert in Archivbildern das Leben des viel beachteten Storytellers Spalding Gray (1941-2004). (DI 4.1. 19:30; DO 6.1. 22:00; SA 8.1. 20:15)

Großartig sind auch die neuen Filme der jungen Filmemacher, die u.a. 2011 durch die Safdie Brüder, Matthew Porterfield mit „Hamilton“ und „Putty Hill“ oder Gregg Arakis Groteske „Kaboom“ vertreten sind.
Zwei Spezialprogramme sind den derzeit wichtigsten unabhängigen Regisseuren der USA Thom Andersen und John Gianvito gewidmet, deren politische Filme es viel zu selten auf die Leinwand schaffen. Ihre aktuellen Filme stellt unknown pleasures in den Kontext ihrer frühen Arbeiten.
Mit „Trash Humpers“ (zu deutsch: Müllficker) hat das Festival wohl einen der verstörendsten und streitbarsten und damit wohl auch zwanglosesten Filme im Programm. Bekannt für seine albtraumartige Bildersprache schuf der oft als enfant terrible“ bezeichnete Filmemacher und Autor Harmony Korine mit seinem neuen Film einen Trash-Horror aus Nashville/Tennessee, der an die Fotografien William Egglestons oder dessen Videos aus den 70-er Jahren „Stranded in Canton“ erinnert. Und doch ringt Korine seinen derangierten Misanthropen Augenblicke der tiefen Berührung und bizarrer Poesie ab.
Eine postapokalyptische Freakshow, deren Vorbild auch bei dem frühen John Waters zu finden ist. Oder mit den Worten eines Sonderlings im Film gesprochen: „The grizzly facts of what civilization had done to us.“ (SA 1.1. 22:00; DI 4.1. 21:15; FR 7.1. 20:30)
www.unknownpleasures.de/
Wednesday, October 01, 2008
D/ 2008 93min
Director: Christian Petzold
Cast: Benno Führmann, Nina Hoss, Hilmi Sözer
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